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Mercedes Sosa, La Negra

Mercedes Sosa Badische Zeitung: Argentinische Sängerin Mercedes Sosa gestorben

Buenos Aires - Die bekannteste Folklore-Sängerin Lateinamerikas, Mercedes Sosa, ist tot. Sie starb am Sonntag nach längerer Krankheit im Alter von 74 Jahren.

«Heute müssen wir mitteilen, dass Mercedes Sosa, die größte Künstlerin lateinamerikanischer Musik, von uns gegangen ist», hieß es auf ihrer Internetseite. Die Nachricht löste bei Musikliebhabern in ihrer südamerikanischen Heimat und weit darüber hinaus tiefe Trauer um die liebevoll «Negra» (die Schwarze) genannte Künstlerin aus. Freunde und Künstlerkollegen rühmten ihre Musik, ihre Warmherzigkeit und Bescheidenheit.

«Ihr Gesang, ihre Kraft und ihr kämpferischer Geist werden mir so sehr fehlen. Aber uns tröstet, dass ihre Stimme und ihr kulturelles und politisches Vermächtnis für immer bleiben», sagte die Sängerin Liliana Herrero. Sosa war mit Klassikern wie «Gracias a la vida» weltbekannt geworden. Mit ihren sozialkritischen Liedern galt sie als Symbol des Lateinamerikas, das angesichts früherer Militärdiktaturen und großer Armut Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit einfordert. Sie war aber auch eine Künstlerin, die vielen jungen Kollegen half und Mut zusprach. Sie trat auch zusammen mit anderen Weltstars wie Joan Baez oder Luciano Pavarotti auf. Sogar mit dem schrägen argentinischen Rockmusiker Charly García kam sie gut zurecht, der ihr bescheinigte, sie sei «fast ein Rockstar» gewesen.

Quelle: Badische Zeitung

Die befreiende Rolle des Candomblé: das Erbe afrikanischer Sklaven

Route des abolitions de l’esclavage Der Candomblé ist den Glaube, die mit den afrikanischen Sklaven nach Brasilien kam.

Im Auftrag der ersten Plantagenbesitzer durchstreiften ganze Horden von Sklavenjägern die Küstenstriche der Neuen Welt, um den neuen Herren des Zuckerrohrs die dringend benötigten Arbeitskräfte zuzuführen. Weil aber die meisten Indios die Zwangsarbeit nicht lange überlebten, entstand bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts ein transatlantischer Sklavenhandel.

Die aus dem fernen Afrika importierten Sklaven erwiesen sich nicht nur gegen die von Kolonisatoren eingeschleppten Krankheiten als resistenter, sondern auch gegen die psycho-physischen Folgen der Zwangsarbeit: Apathie, Alkoholismus, Suizid.

Federação Internacional Afro-brasileira So kamen denn mit den Kolonisatoren die Bantus aus dem südlichen Afrika, die Gegé aus Benin, Fanti und Ashanti von der Goldküste, Yorubas aus Nigeria und auch Schwarze von islamischen Ethnien. Und mit ihnen kamen ihre Gottheiten, die «Heiligen» der afrikanischen Naturreligionen ­ so auch die Orixás: Gottheiten des Candomblé, der heute lebendigsten und verbreitetsten religiösen Gemeinschaft afrikanischen Ursprungs in Brasilien, die ausserhalb von Bahia auch als Macumba, Xangô oder Batuque bekannt ist. Mit der Ankunft der Orixás erhielt der Name der Allerheiligenbucht von Salvador einen neuen, bis heute gültigen Sinn.

Zwar gerieten viele der afrikanischen Gottheiten im Laufe der Zeit in Vergessenheit. Aber etliche sind an der Allerheiligenbucht heimisch geworden, wenn auch unter Zuhilfenahme einer List: Sie schlüpften in die Gestalten und die Namen von katholischen Heiligen.

Dass sie darin bis heute lebendig geblieben sind, beweisen die tanzenden Leiber ihrer Schutzbefohlenen, durch welche die Orixás Zeugnis von ihrer ungebrochenen Macht ablegen. Das trifft vielleicht in besonderem Masse für Iemanjá zu, die Mutter aller Orixás, Göttin des Meeres und der Fruchtbarkeit, in deren Namen jeden Februar in Salvador ein grosses Volksfest stattfindet.

Lic. phil. I Urs Strässle, Universität Zürich.

Federação Internacional Afro-brasileira Bei der Form des Denkens in Brasilien spezifische multikulturelle Eigenheiten gibt, wobei die afrikanische Einflüsse auf die Gesellschaft sehr präsent bleibt:

Wenn Macumba nicht schwarze Magie, sondern soziale Arbeit ist, wenn Favela für Gemeinschaft im Kampf um eine bessere Welt steht, wenn der Karneval der Vermittlung afro-brasilianischer Traditionen dient... dann hat Dona Ivete das Wort.

Nika Jaína Im Zentrum des Dokumentarfilms "Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte" steht das von der Umbanda-Priesterin Dona Ivete geleitete Ausbildungsprojekt Nika Jaína - ein AfroFriseurinnenkurs für marginalisierte Mädchen in einem Armenviertel von Rio de Janeiro.

In intimen Interviews entführt uns Dona Ivete in ihre Welt - in ein in sich geschlossenes, zusammenhängendes, afrobrasilianisches Universum. Mit Hilfe der Orixás und Caboclos, aber vor allem auf ihren Verstand zählend, kämpft Dona Ivete, wie viele andere BewohnerInnen ihres Viertels auch, für eine bessere Zukunft am Morro do Salgueiro, einer der 750 Favelas von Rio de Janeiro.

Das Österreichische Lateinamerika-Institut. Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte.

Zuzu Angel

Zuzu Angel Unten sehen Sie die ersten Augenblicke des Films Zuzu Angel.

Ich halte den Film Zuzu Angel für wichtig. Schon allein aus historischen Gründen:

Während der Militärdiktatur blühte die brasilianische Wirtschaft. Da ein großer Teil der Mittel- und Oberschicht davon profitierte, unterstützten sie das Regime. Der Film erzählt die wahre Geschichte von Zuzu Angel, einer Modeschöpferin aus Rio, deren Geschäfte expandierten, so dass sie sogar den Sprung nach New York schaffte. Während sie das Regime ideologisch unterstützt, geht ihr einziger Sohn in den Widerstand, wird gefasst und zu Tode gefoltert. Die Mutter versucht nun, den Körper des Sohnes für ein Begräbnis ausgeliefert zu bekommen und wird den Militärs mit ihren Fragen immer unangenehmer. Regie: Sérgio Rezende; Drehbuch: Marcos Bernstein und Sérgio Rezende; Kamera: Pedro Farkas; Darsteller: Patrícia Pillar, Daniel de Oliveira, Luana Piovani, Othon Bastos

Programmheft - CINEBRASIL

Memória do Movimento Estudantil / Arquivo Nacional / Correio da Manhã

Natürlich soll ich den Film in den historischen Kontext einordnen:

Einige Tage nach der Machtübernahme rollte bereits eine Welle der Gewalt durch das Land: cirka 50 000 Oppositionelle bzw. Verdächtige, unter ihnen Gewerkschaftsführer, oppositionelle Politiker, Führer katholischer und kommunistischer Organisationen, studentischer Gruppen wurden bis 1979 interniert, 300 fanden den Tod; zahlreiche gingen ins Exil. Über 9000 Staatsbedienstete und Offiziere wurden entlassen, hochrangige Politiker ihrer politischen Rechte beraubt. Oscar Niemeyer, bis heute erklärter Kommunist, ging ebenfalls seiner politischen Rechte verlustig. Terror und Gewalt waren ein zentraler Bestandteil der Regime bis 1985 und erlebten ihre Höhepunkte zwischen 1969 und 1973. Namenslisten von Verschwundenen veröffentlichte die Erzdiözese von São Paulo in ihrer Bestandsaufnahme der Menschenrechtsverletzungen ab 1964 in der Publikation "Brasilien: Niemals wieder" ("Brasil: nunca mais"). Mehr als die Hälfte der Ermordeten waren StudentInnen oder Schüler der (zum überwiegenden Teil weißen) Mittelschicht. Nach den ersten Phasen der Gewalt und ökonomischen Fehlschlägen polarisierten die Militärs mit der Einführung des Zweiten Institutionellen Aktes (AI-2) vom Oktober 1965 die politische Landschaft. Sie schufen ein Zweiparteienwesen "von oben", um Einflüsse familiärer lokaler Interessen auf die politischen Parteien auszuschließen. Dem Lager der bedingungslosen Unterstützer des Regimes (die Regierungspartei), die durch Ämter und Gelder belohnt wurden, stand das oppositionelle demokratische Lager (Movimento Democrático Nacional, MDP) gegenüber. Der Zweite Institutionelle Akt AI-2 ermöglichte die völlige Einschränkung persönlicher Freiheit und die Ausrufung des Belagerungszustandes ohne Zustimmung des Kongresses.

Memória do Movimento Estudantil, Arquivo Nacional, Correio da Manhã

Die Regierungspartei der Aliança Renovadora Nacional (Arena), die sich aus ehemaligen Mitgliedern der Parteien União Nacional Democrática und Partido Social Democrático zusammensetzte, bildete die Machtzentrale. Die Präsidenten gingen jeweils aus einem kleinen Kreis der militärischen Elite hervor, da die Direktwahl des Präsidenten mit dem Ersten Institutionellen Akt vom 9. April 1964 außer Kraft gesetzt worden war. In den Jahren 1968 bis 1973 erlebte Brasilien die härteste Phase der Diktatur mit weiteren Säuberungswellen. Der im Dezember 1968 beschlossene unbefristete Fünfte Institutionelle Akt (AI-5) ermöglichte dem Präsidenten Costa e Silva die bislang größte Machtkonzentration, indem er über Teile der Legislative verfügte. Er konnte Richter absetzen, die politischen Rechte jedes Staatsbürgers für die Dauer von zehn Jahren aussetzen und Disziplinarverfahren anhängen. Die Verfassung wurde aufgehoben; künstlerische, kulturelle Entfaltungsmöglichkeiten waren mit dem AI-5 massiv eingeschränkt (vgl. Caldeira 1999).

Brasilien 1889 - 1985. Von der Ersten Republik bis zum Ende der Militärdiktatur. Dr. Ursula Prutsch. Institut für Geschichte der Universität Wien. Die Militärdiktatur 1964-1985.

Gewalt, Terror, Verlust von Bürgerrechten

So etwas darf sich nie wiederholen. Es ist wichtig und notwendig, daran zu erinnern.

Mein Herz schlägt in Indien

Raj (Rodrigo Lombardi), Copyright Globo Der brasilianische Fernsehkonzern Globo produziert derzeit die Telenovela Caminho das Índias von Glória Perez mit Rodrigo Lombardi, Juliana Paes, Tony Ramos, Eliane Giardini, Nívea Maria, Vera Fischer, Caio Blatt, Ísis Valverde, Cristiane Torlone, Humberto Martins, Bruno Gagliasso, Lima Duarte, Sílvia Buarque, Rosane Goffman, Caco Ciocler, André Gonçalves, Alexandre Borges, Eva Todor, Duda Nagle, Vitor Fasano, Stênio Garcia, Osmar Prado, Déborah Bloch, Antônio Calloni, Laura Cardoso, Ana Furtado, Vitória Frate, Brenda Haddad, Márcio Garcia, Totia Meirelles, Cissa Guimarães, Mussunzinho, Marjorie Estiano, Letícia Sabatella, Tânia Khalil, Juliana Alves und Elias Gleizer, u. a.

Ramiro (Humberto Martins, Copyright Globo) Vom Indien aus geht es nach Brasilien und Vereinigte Arabische Emirate.

Hoher technologischer Einsatz, qualifizierte Leute, filmästhetische Innovationen mit einer relativ agilen Kinotechnik und intensive Zuschauerforschung verhalfen Globo überdies, die Konkurrenten mit den eigenen Telenovelas zu überholen. Der Fernsehkonzern konnte qualifiziertes Personal gewinnen, weil die Kulturschaffenden unter der Militärregierung wenig und schlechte Arbeitsmöglichkeiten hatten und engagierte, kritische Kulturarbeit verboten war. Deshalb gingen die arbeitslosen Künstler zum Privatfernsehen und versuchten dort, ihr politisches Engagement auf subtile Art und Weise in den Geschichten einzubringen. Gerade die subtilen Anspielungen bescherten den Telenovelas einen besonderen Reiz, weshalb sie später sogar mit Vorsatz in die Geschichten eingebracht wurden.

Quelle: Telenovelas in Brasilien

Worldfolkdance 2009

Quelle: Worldfolkdance.com

Das Internationale Volkstanz-Festival wurde ins Leben gerufen, um unterschiedliche Kulturkreise, die oft weit voneinander entfernt leben, unter dem Dach von Musik und Tanz zu vereinen. Es ist ein aufregendes Schauspiel voller Farbe und Enthusiasmus, das einen phantastischen Überblick über die Kulturen der ganzen Welt bietet.

Das Festival - mehr als 20-jährige Tradition

Seit dem ersten Internationalen Volkstanz-Festival in München, im Jahr 1985, kamen jährlich immer wieder Tausende von Tanzbegeisterten aus mehr als 67 Ländern zusammen, um die Zuschauer mit ihren Tänzen zu erfreuen.

Dieses Festival findet seit 1987 unter der Schirmherrschaft der Infantin Elena in Palma de Mallorca statt, wohin Teilnehmer aus aller Welt reisen um ihre Kunst darzubieten. 1989 meldeten sich 65 Gruppen mit ca. 1500 Teilnehmern an, 1991 waren es bereits mehr als 2000 Musiker und Tänzer.

Jedes Jahr aufs Neue zeichnet die internationale Preisjury die besten Tänze und Darbietungen mit Geldpreisen und anderen Prämien aus

Die Philosophie des Festivals

Beim Internationalen Volkstanz-Festival kommen verschiedenste Kulturen zusammen und kommunizieren miteinander durch die Musik und den Tanz. Bei den bunten Vorstellungen wird dem Zuschauer auf mitreißende Weise ein Kaleidoskop der Kulturen aus aller Welt dargeboten.

Hier sieht man die zarten Bewegungen des orientalischen Natya Bharata und Bugaku neben den Kriegstänzen der Zulu, die den zeitgenössischen Tanz der westlichen Welt stark beeinflußt haben. Der kulturelle Geist des Gopak Zentraleuropas steht neben dem Balanceo des Caballero Farandole (ein Spiel, bei welchem die Teilnehmer bestimmte Befehle ausführen) - so werden Themen verschiedener Volksstämme in Musik und Tanz umgesetzt und kulturelle Unterschiede für das Publikum verständlich.

Bei den Darbietungen und Wettkämpfen des Festivals lassen die Tänzer und Musiker durch ihr Können alte Traditionen und historische Bräuche wieder aufleben, die sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben.

Quelle: Worldfolkdance.com

Alles Liebe zu Weihnachten !

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2009 !

Architekturaustausch: Brasilien – Österreich – Schweiz – Slowenien

Die Architekturaustellungen Oscar Niemeyer und Joze Plecnik konnten sicherlich die freundschaftlichen und historischen Beziehungen zwischen Brasilien und Länder wie Österreich, Slowenien und die Schweiz verstärken.

Ausstellung "Joze Plecnik: Architekt"

Die Wanderausstellung über das Leben und die Werke des berühmten österreichisch-slowenischen Architekten Joze Plecnik (1872-1957) befindet sich derzeit in Brasilien.

Plecnik war einer der besten Schüler Otto Wagners und arbeitete in Wien, Belgrad, Prag und Laibach. Der Ausstellungskurator ist Prof. Damjan Prelovsek vom slowenischen Kulturministerium.

Die Initiative für die Ausstellung geht von der Botschaft der Tschechischen Republik aus, die dieses Projekt zusammen mit den Botschaften von Österreich und Kroatien und dem Slowenischen Konsulat in Belo Horizonte unterstützt. Vom 13. Februar bis 13. März 2008 ist die Ausstellung in Belo Horizonte, im Regionalen Rat für Ingenieurwesen, Architektur und Landwirtschaft von Minas Gerais (CREAG-MG) zur Besichtigung geöffnet. Anschließend wird die Ausstellung auch in anderen brasilianischen Städten gezeigt werden.

Quelle: Aussenministerium Österreich

Der Architekt Jo¸e Plecnik

PLECNIK. Arhitekt Joze Plecnik 1872-1957. Ljubljana, 1986Im slowenischen Kulturerbe genießt Architektur einen besonderen Stellenwert. Der berühmteste slowenische Architekt Jo¸e Plecnik war ein Pionier der modernen slowenischen und europäischen Architektur. In den letzten 10 Jahren war das Interesse an Plecnik außerordentlich groß und sein Werk hat bewiesen, dass Plecnik als Schüler des berühmten Otto Wagner ein großer Kosmopolit war. Sowohl in Slowenien als auch im Ausland gibt es eine Reihe seiner Werke zu bewundern. Darunter sind unter anderem die Renovierung der Prager Burg (Hradschin) und einige wichtige Gebäude in Wien.

Auch Ljubljana ist erkenntlich durch Plecniks Architektur geprägt. Wenn man einen Spaziergang durch das Stadtzentrum macht, kann man die National- und Universitätsbibliothek, die "Dreibrücken" sowie einen der schönsten Marktplätze in Europa nicht verfehlen. Das alles und noch viel mehr hat der Stadt ein Siegel von Plečnik verliehen. Zahlreiche seine Schüler setzten in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts Plecniks Stil in ihrer Arbeit fort.

Quelle: Botschaft der Republik Slowenien in Berlin

Eine Hommage an Oscar Niemeyer

Oscar Niemeyer. Copyright Fundação Oscar Niemeyer Der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer gehört zu den Klassikern unter den Architekten des 20. Jahrhunderts. Die Möglichkeiten des Betons ausnutzend, hat Niemeyer eine grandios plastische Formensprache entwickelt, die durch raumgreifende, organische Konturen und Volumina besticht. Weltruhm erlangte er durch seine Werke für die neue Hauptstadt Brasília. Oscar Niemeyer entwirft noch heute, im Alter von 100 Jahren. Zu seinem hundertsten Geburtstag erbietet ihm die ETH Zürich eine Hommage.

Der «internationale Stil», vom Bauhaus in Deutschland begonnen, hat in Brasilien eine Entwicklung erfahren, die einmalig ist. Bis heute hat sich unter dem Einfluss eines tropischen Klimas eine Architektur der Offenheit und Freiheit entfaltet, die eine neue Raum- und Formensprache ermöglichte. Oscar Niemeyer (*1907) hat sich als einer der wenigen Architekten der Moderne vom Dogma des orthogonalen Rasters befreit. Seine Architektur ist heute – in einer Zeit, in der Architekten zunehmend mit amorphen Formen und Strukturen experimentieren – moderner denn je.

Erste Erfahrungen sammelte Oscar Niemeyer beim Bau des Erziehungs- und Gesundheitsministeriums (1936-1943), welches von einer brasilianischen Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung von Le Corbusier konzipiert wurde. Der «internationale Stil» hatte sich durch Rückkehrer aus Europa bereits einen Namen gemacht. Durch die politische Unterstützung entfaltete er sich schnell zu einem eigenen Ausdruck brasilianischer Architektur.

Oscar Niemeyer trug entscheidend zur Entwicklung eines selbstbewussten eigenständigen modernen Baustils bei. Er setzte diesen zusammen mit seinem Mentor Lúcio Costa wirkungsvoll beim Brasilianischen Pavillon bei der Weltausstellung in New York (1939) um. Juscelino Kubitschek, der Gouverneur von Belo Horizonte, bot 1942 Niemeyer die Gelegenheit zum Bau eines neuen Stadtteils im «modernen Stil» in Pampulha. Kubitschek, in der Zwischenzeit zum Präsidenten Brasiliens gewählt (1955), zog Niemeyer auch beim Wettbewerb für die neue Hauptstadt Brasiliens bei, einer Idealstadt für 200'000 Menschen.

Niemeyer wurde 1956 in die Planergruppe um den bereits erwähnten Stadtplaner Lúcio Costa aufgenommen. Bis 1960 entstanden die monumentalen, wegen ihrer Offenheit und besonderen Symbolkraft viel gerühmten Repräsentationsbauten rund um den Platz der drei Gewalten – darunter der Nationalkongress, der Präsidentenpalast und der Oberste Gerichtshof. Sein Engagement in der kommunistischen Partei führte zu Schwierigkeiten nach dem Militärputsch (1964) in Brasilien. Aus Protest gegen die Universitätspolitik der Militärführung trat er mit 200 anderen Professoren von der Universität Brasília zurück. Niemeyer öffnete 1967 ein Büro in Paris und legte erst 1985 seinen Wohnort wieder nach Brasilien zurück.

Niemeyer arbeitet noch heute an seiner Architektursprache und sein Oeuvre umfasst mehr als 500 Bauwerke und Projekte vor allem in seiner Heimat Brasilien, aber auch in Portugal, Frankreich, Italien, Deutschland, Algerien, Lybien, Israel, Saudi-Arabien und in den USA. Der 100. Geburtstag Oscar Niemeyers bietet die Gelegenheit, sein bisheriges Schaffen in einer Hommage zu ehren. Kern der Ausstellung sind aktuelle Aufnahmen der ausgeführten Bauten Niemeyers vom Fotografen Leonardo Finotti (Lissabon) sowie Porträtaufnahmen von Evandro Teixeira (Rio de Janeiro). Filme und Interviews zeigen Oscar Niemeyer als Architekt und Persönlichkeit.

Während der Dauer der Ausstellung ist folgende Publikation am Institut gta erhältlich (Bestellen unter: ausstellungen@gta.arch.ethz.ch Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots gesch&uumltzt, Sie m&uumlssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen k&oumlnnen ): «Oscar Niemeyer. Eine Legende der Moderne / A Legend of Modernism.» Hg. von Paul Andreas und Ingeborg Flagge. Mit Beiträgen von Paul Andreas, Max Bill, Lauro Cavalcanti, Elmar Kossel, Carsten Krohn, Niklas Maak, Oscar Niemeyer und José Carlos Süssekind. Frankfurt a. M./Basel Boston Berlin 2003. 22 x 28 cm, 143 Seiten, Softcover. Deutsch/Englisch. ISBN 978-3-7643-6992-7, CHF 45.-/Euro 29.50

Quelle: ETH Zürich

Der heilende Garten

Heilende Gärten haben auf Körper und Seele des Menschen eine therapeutische Wirkung, die wissenschaftlich erforscht und belegt worden ist.

In dem heilenden Garten eines Krankenhauses können seelische und körperliche Schmerzen gelindert werden.

Auch in der Rehabilitation kann die Natur sehr wirkungsvoll sein und eine wichtige Funktion übernehmen.

Der heilende Garten (Miriam Wiegele)

Pairidaeza ist ein persisches Wort, das sowohl Paradies als auch Garten bedeutet. Die Geschichte der Gartenkultur ist geprägt von der Suche nach diesem persönlichen Paradies. Wie wichtig dies gerade in unserer stresserfüllten Welt ist, zeigt sich an den steigenden Besucherzahlen von Gartentagen und Schaugärten.

Der Garten ist für viele Menschen zu einem Refugium geworden, in das man sich zurückziehen kann und in dem man sich entspannen und Energie tanken kann. (...)

Eigentlich kann jeder Garten ein heilender Ort sein. Gärten sind ein Mikrokosmos aller natürlichen Prozesse. Im Garten kann man lernen, den Rhythmen der Natur zu folgen und sich mit dieser natürlichen Harmonie zu verbinden.

Die Jahreszeiten sind verlässliche Führer, die uns lehren, bewusster zu leben. Durch diese Verbundenheit mit der Natur kann man Ausgeglichenheit und auch neue Perspektiven gewinnen.

Wenn das Leben von Terminen und Forderungen anderer beherrscht wird, wenn die Stressfaktoren, denen wir ausgesetzt sind, unseren grundlegendsten Bedürfnissen Gewalt antun, kann der Garten die Möglichkeit bieten, sich einen eigenen Lebensraum, ein eigenes Stückchen Paradies zu schaffen.

Gärten erinnern uns an unsere Wurzeln, stellen unsere Sinne wieder her, beruhigen unsere Seelen, flössen uns einen Sinn für Freude ein. Darin liegt das Geheimnis ihrer Kraft zum Heilen.

Welt-Umwelttag und die Teufelskralle im südlichen Afrika

Gestern war Welt-Umwelttag – eine Gelegenheit wo wir alle über die Umwelt nachdenken sollten.

Seit 1972 zeigt der Welt-Umwelttag, dass die Verhaltensänderung jedes Einzelnen einen Einfluss auf die Umwelt hat. Die Umweltschutz erhält damit eine erneute Bedeutung.

Gemeinsam können wir einen Beitrag für die Umwelt leisten. Eine bedeutende Umweltmassnahme ist das Projekt Teufelskralle :

Projektförderung:

Mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Bundesamts für Naturschutz wurden Maßnahmen gefördert, die die Voraussetzungen für eine nachhaltige Nutzung schaffen:

(1) Erfassung der Gesamtverbreitung, (2) mehrjährige Untersuchungen zur Entwicklung nachhaltiger Erntetechniken, (3) Methodik zur Bestimmung nachhaltiger Erntequoten für ein Sammelgebiet, (4) Ausbildung der Sammler in den schonenden Sammelmethoden.

Ziel ist eine schonende und dauerhafte Wildsammlung dieser Pflanzen, bei der die traditionellen Sammler einen wirtschaftlichen Gewinn erzielen und deshalb zu ihrem Schutz beitragen.

Die Buschmann-Gruppen sind daher die Garanten der Erhaltung nicht nur der Teufelskralle, sondern auch des gesamten Ökosystems. Ein Übergang zu einer vollständigen Bedarfssicherung aus Anbau, der von einigen Firmen angestrebt wird, aber noch nicht gelungen ist, würde sie dieser Möglichkeiten und Rolle berauben.

Laut Webseite Gesundheitpro:

In den vergangenen 20 Jahren ist der Bedarf an der heilkräftigen Wurzel enorm gewachsen – mit katastrophalen Folgen. Unsachgemäße Sammelmethoden haben den Bestand der Pflanze aus der Familie der Sesamgewächse dezimiert.

Bleibt die Hauptwurzel unter der Erde und entfernen die Sammler nur die Seitenknollen, kann sich die Teufelskralle regenerieren und etwa alle vier Jahre erneut geerntet werden.

Doch seit die Nachfrage stark gestiegen ist, entnehmen die meisten Sammler die ganze Wurzel und zerstören damit die Pflanze. Projekte zur schonenden Ernte und zum Anbau der Teufelskralle sollen helfen, den Bestand zu sichern.

Vom 12. Juni bis 7. September im Museum für Völkerkunde können Sie die Ausstellung Teufelskralle goes public besuchen.

Afrika-Tag in Brasilien

Nach der Zersplitterung des Kontinents Afrikas sollte die Idee der afrikanischen Einheit den Geist des Panafrikanismus entfachen.

Im Jahr 1963 wurde die Organisation für die Afrikanische Einheit – OAU – gegründet. Später, im Jahr 2002. wurde sie in die Afrikanische Union – AU – umgewandelt.

AU Am 25. Mai 2008, der Afrika-Tag erinnerte an die heutige Afrikanische Union. In Brasilien konnten wir an diesem Tag die lebendige Kultur und Gesellschaft Afrikas zelebrieren.

Im Jahr 2006, das brasilianische Statistik-Institut IBGE belegte, dass 42,8% von 39,8 Millionen Menschen aus Metropolen wie São Paulo, Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Salvador, Recife und Porto Alegre, die 10 Jahre oder älter sind, sich als Schwarze oder Braune definieren.

Leider sind die Afrobrasilianer gegenüber ihren hellhäutigen Landsleuten vielfach benachteiligt. In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens können die Nachfahren der afrikanischen Sklaven ihre Rechte nicht immer wahrnehmen.

Und tatsächlich: die weisse brasilianische Menschen gehen mehr zur Schule als die Brasilianer, die sich als Schwarze definieren, und viele dunkelhäutigen Brasilianer sind funktionale Analphabeten, die kaum Chancen auf gute Bildung haben.

In Brasilien, die Wurzeln der Ungleichheit liegen in der Sklavenzeit, in welcher die afrikanischen Sklaven aus Angola, Nigeria, Benin, São Tomé und Príncipe und Togo, unter anderem, Ware im Besitz der europäischen und europäischstämmigen Bevölkerung waren.

Im Kampf um Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung in Brasilien engagiert sich auf kultureller Ebene der Sänger Martinho da Vila, welcher den Preis Afrika-Brasilien bekommen hat.

Brasilien ist, laut Webseite des Africa Festivals in Würzburg:

ein Land (...) das für seine Musik und seine Lebensfreude in aller Welt bekannt ist (...). Wer kennt sie nicht, die bunten Sambagruppen, die alljährlich auch über unsere Fernsehschirme flimmern.

Doch neben musikalischer Lebensfreude und Karnevalsflair von der Copacabana wollen wir auch daran erinnern, wie diese Musik nach Brasilien kam.

Es waren Millionen afrikanischer Sklaven, die unter grausamen Umständen nach Brasilien transportiert wurden und ihre Rhythmen und Melodien mitbrachten.

Das sollten wir nicht vergessen, wenn wir heute den Stars der brasilianischen Musik zujubeln.

Also nicht nur am 25. Mai ist der Dialog mit Afrika zu suchen und zu führen. Wir wünschen uns, dass wir alle zusammen eine harmonische und gleichberechtigte Welt nach und nach aufbauen können.

Die Guarani-Ruinen von São Miguel das Missões in Rio Grande do Sul, in Brasilien

Brasilien

Die Mischung aus verschiedenen ethnischen Kulturen bereichert die eigene Kultur und die Gesellschaft Brasiliens mit unzähligen Traditionen und Gewohnheiten.

Unsere aktuelle Identität ist so komplex wie die Koexistenz und Interaktion dieser unterschiedlichen europäischen, afrikanischen und indianischen Einflüssen, unter anderem.

Rio Grande do Sul und die Guarani-Indianer

Das Bundesland Rio Grande do Sul ist der südlichste Bundesstaat in Brasilien.

Die Metropole Porto Alegre ist die Hauptstadt von Rio Grande do Sul.

Mehrere Jesuiten sind aus Europa nach Brasilien in die stehenden Missionen entsandt worden.

Die Jesuiten gründeten in Brasilien, sowie in Uruguay, Argentinien und Paraguay zusammen mit den Guarani-Indianern die Jesuitenreduktionen.

In 1768 wurden die Jesuiten aus Brasilien verbannt und zerfielen die Reduktionen.

Seit dem Jahre 1983 gelten die südbrasilianische Guarani-Ruinen von São Miguel das Missões als Weltkulturerbe der UNESCO.

In Argentinien sind die Ruinen von San Ignacio Mini, Nuestra Señora de Loreto und Santa Maria Mayor zum Welterbe der UNESCO erklärt worden.

Die Indianer in Brasilien

Laut Webseite der Brasilianischen Botschaft Berlin:

Schutz der indigenen Bevölkerung Brasiliens

Die Ureinwohner wurden von den Europäern, die an den Küsten Amerikas anlandeten, “Indios” genannt. Diese Benennung beruhte auf dem anfänglichen Irrtum, man habe die indische Küste erreicht.

Die Europäer behielten diese Bezeichnung bei, auch nachdem sie herausgefunden hatten, daß sie nicht in Asien, sondern auf einem neuen, bislang unbekannten Kontinent gelandet waren.

Heute leben in Brasilien etwa 410.000 Indios in 215 Stammesgemeinschaften. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt etwa 0,2 Prozent. Diese Statistik berücksichtigt jedoch nicht nur Indios, die in Dorfgemeinschaften leben.

Schätzungsweise 100.000 bis 190.000 Indios haben sich außerhalb der Indianergebiete und auch in den Städten angesiedelt. Es gibt Hinweise auf die Existenz von etwa 53 Gruppen, die bislang keinen Kontakt mit der Außenwelt hatten.

Weitere Gruppen bemühen sich darum, von der brasilianischen Indianerbehörde FUNAI (Fundação Nacional do Indio) als indigene Gemeinschaften anerkannt zu werden.

Erst in jüngster Zeit ist sich die brasilianische Gesellschaft bewußt geworden, daß die Indios nicht außerhalb der Geschichte stehen, sondern Zeitgenossen sind.

Sie leben in unserem Land, wirken am Gesetzgebungsprozeß mit, wählen politische Vertreter und sind mit ähnlichen Problemen konfrontiert wie die restliche Bevölkerung, so mit den Auswirkungen der Umweltverschmutzung.

Sie unterliegen auch in gleicher Weise den Gesetzen sowie den Maßnahmen der Regierung in Politik, Wirtschaft, Gesundheit, Erziehung und öffentlicher Verwaltung. Es gibt heute in Brasilien ein wachsendes Interesse an aktuellen und verläßlichen Informationen über die indigenen Völker.

Die FUNAI ist ein brasilianisches Regierungsorgan, das nach den Vorgaben der Verfassung von 1988 die Richtlinien der Politik für die Urbevölkerung definiert und umsetzt. Die FUNAI ist für die Förderung der Elementarbildung der indigenen Völker zuständig.

Sie demarkiert, sichert und schützt ihre traditionellen Siedlungsgebiete, sie fördert wissenschaftliche Arbeiten und statistische Erhebungen über diese Bevölkerungsgruppe.

Sie hat darüber hinaus die Aufgabe, die indigenen Gemeinschaften zu schützen, in der Gesellschaft das Interesse an den Indios und ihren Anliegen zu wecken, ihren Besitz zu verwalten und ihre Gebiete zu überwachen.

Damit soll das Vordringen von Gold- und Diamantenschürfern, Landbesetzern und Holzfällern und alle anderen gesetzwidrigen Aktivitäten innerhalb der Indianergebiete unterbunden werden, von denen eine Gefahr für Leib, Leben und Kultur der indigenen Völker ausgeht.

Neben ihrem Hauptsitz in Brasília verfügt die FUNAI über 45 Regionalverwaltungen, 14 Zentren zur Unterstützung der indigenen Bevölkerung, ein Museum (”Museu do Ìndio”) und 344 Posten für die Urbevölkerung, die über das Land verteilt sind.

Am Hauptsitz in Brasilia befinden sich Präsidium, Vertreter der Bundesanwaltsschaft, Anhörungsausschuß, drei Direktionen, vier Allgemeine Koordinationsstellen sowie dreizehn Abteilungen.

Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva strebt an, noch während der laufenden Amtszeit die Demarkierung der brasilianischen Indianergebiete abzuschließen. Diese Aufgabe wird von der FUNAI mit Unterstützung anderer Regierungsstellen durchgeführt.

Bis zum Ende der Legislaturperiode sollen die Indianerreservate mindestens 12 Prozent der brasilianischen Landfläche ausmachen. Den indigenen Völkern würden mehr als eine Millionen Quadratkilometer zur Verfügung gestellt, das entspricht dem Dreifachen der Fläche der Bundesrepublik Deutschland.

Die Demarkation von indigenen Gebieten ist ein komplexer und kostspieliger Prozeß, bei dem häufig große, nicht-indigene Bevölkerungsgruppen aus großräumigen Gebieten umgesiedelt werden müssen.

Von diesen Umsiedlungen sind zumeist ärmere Menschen betroffen In diesem Zusammenhang sei nochmals darauf hingewiesen, daß Brasilien wie die Bundesrepublik Deutschland ein föderativer und demokratischer Staat ist, der auf dem Prinzip der Gewaltenteilung beruht.

Die brasilianische Regierung ist daher verpflichtet, beim Demarkationsprozeß neben den Interessen der indigenen Bevölkerung die von der Judikative und der Legislative auferlegten Beschränkungen zu beachten sowie den Interessen der Bundesstaaten, Munizipien (Städten und Gemeinden) und anderer betroffener Bevölkerungsgruppen Rechnung zu tragen.

Quellen: FUNAI, Auszüge aus den Texten “quem somos” (”Über uns”), “Índios do Brasil” (”Indios Brasiliens”) sowie aus einem Interview des Präsidenten der FUNAI mit der Rede Brasil Sul

Quelle: Brasilianische Botschaft Berlin

Suzana Marc (Maria Suzana Marc Amoretti)

Quelle: Astrodienst

Maria Suzana Marc Amoretti

Suzana Marc ist in Porto Alegre, Brasilien, geboren. Ihr vollständiger Name lautet Maria Suzana Marc Amoretti.

Suzana hat fünf Jahre in Frankreich gelebt und dort auch promoviert. Als Ausdruck ihrer Leidenschaft für Sprachen und Literatur hat sie einige Artikel geschrieben, einschließlich ihrer Dissertation "Le mode d'emploi ergonomique: Discours d'instruction" (1995), ihrer Magisterarbeit in Vergleichender Literaturwissenschaft "L'image de l'étranger au tournant du siècle" sowie Ihrer DEA, "Écriture et Carnaval".

Biarnesa Suzana arbeitet seit 1980 als professionelle Übersetzerin. Sie hat eine Vielzahl von Artikeln und Handbüchern sowie ein Buch über Kognitionswissenschaften übersetzt. Schließlich hat sie Ihr Interess am Übersetzen in den Dienst von BIARNESA Translations ( www.biarnesa.com ) gestellt.

Neben ihrer Übersetzungstätigkeit widmet sich Suzana der Forschung. Sie gilt als eine der führenden Forscherinnen zu Kategoriesierungsprozessen und konzeptuellen 'Landkarten'. 2002 hat Suzana die LEAD SEMIÓTICA gegründet, die in den Bereichen Semiotik und Kognitionswissenschaften forscht, um die Erkenntnisse auf Fernkurse anwenden zu können ( www.leadsemiotica.net ).

LEAD Semiótica Diese Forschungen dienen dazu, Regeln, symbolische Darstellungen und allgemeine kognitive Prinzipien zu untersuchen, die dem Lernen via Computer zugrunde liegen. Weitere Studien umfassen kulturelle Semiotik, traditionelle Wissensformen, sowie Teilbereiche der Linguistik und interdisziplinäre Schnittstellen mit Philosophie, Sprachwissenschaft und -technologie, Informationswissenschaften und künstlicher Intelligenz, visueller Wahrnehmung, Kategorisierungsprozessen und Kognition.

Daneben interessiert sich Suzana sehr für Astrologie und möchte durch ihre Übersetzungen zur Verbreitung wichtiger Fortschritte in der Astrologie beitragen.

Computer-Astrologie und künstliche Intelligenz - Interview mit Dr. Alois Treindl

Quelle: Webseite Astrodienst

Portugiesische Übersetzung von Maria Suzana Marc Amoretti

Alois Treindl

Das Interview erfolgte im Jahr 1987, einige Monate nach der Herausgabe des Psychologischen Horoskopes. Einige Informationen beziehen sich auf die Situation in den 80er Jahren, aber das meiste, was Alois Treindl damals über seine Arbeit sagte, ist immer noch aktuell.

Frage: Seit März 1987 vertreibt der Astrodienst Zürich selbstentwickelte Horoskop-Deutungen. Was hat ihn zu diesem Schritt bewogen?

A.Treindl: Ziel der Astrologie ist, aufgrund des Geburts-Horoskops Aussagen über die Persönlichkeit und Lebensproblematik eines Menschen zu machen. Zwei Wege führen zu diesem Ziel: Entweder vertieft man sich in die Astrologie selbst oder man wendet sich an eine Person, die über das entsprechende Fachwissen verfügt. Der Astrodienst hat bisher vor allem Dienstleistungen für diejenigen angeboten, die sich selbst mit der Astrologie befassen. Darunter gibt es viele Leute, die hobbymässig Astrologie studieren, aber auch sehr viele, die professionell mit Astrologie arbeiten, wie Astrologen sowie Psychologen, ärzte und Heilpraktiker, welche die Astrologie als diagnostisches Hilfsmittel heranziehen. Daneben gibt es aber heute einen viel grösseren Kreis von Menschen, die an dem, was Astrologie ihnen zu sagen hat, interessiert sind. Für diese haben wir bisher nichts tun können, als sie in eine astrologische Beratung oder einen Kurs zu schicken. Um diesen Leuten etwas bieten zu können, haben wir das Psychologische Horoskop von Astro*Intelligence in Zusammenarbeit mit einer weltweit führenden Astrologin entwickelt.

Frage: Warum hat der Astrodienst erst heute ein solches Produkt entwickelt? Das Bedürfnis dazu besteht doch sicher schon seit längerer Zeit.

A.T.: Es gibt auch schon seit längerer Zeit Firmen, die sogenannte Computer-Horoskope anbieten, d.h. astrologische Interpretationstexte, die von einem Computer erstellt sind. Allerdings beruhen diese auf einer Methode und Computertechnik, die in unseren Augen zu unbefriedigenden Resultaten geführt hat. Astrologie hat dem einzelnen sehr Wichtiges zu sagen. Eine astrologische Beratung sollte mit der gleichen Seriosität geschehen, wie eine psychologische Beratung z.B. durch einen Eheberater oder wie eine medizinische Diagnose. Ein Astrologe darf sich seine Aussagen nicht einfach aus dem Aermel schütteln. Bevor er Leute berät, hat sich der seriöse Astrologe in der Regel jahrelang mit Astrologie, hoffentlich auch mit Psychologie und der Frage befasst, was es überhaupt heisst, Menschen zu beraten. Auch muss er über ein gutes Stück Lebenserfahrung verfügen. Wenn man ein Computerprogramm erstellt, das astrologische Aussagen über die betreffende Person macht, muss darauf geachtet werden, dass möglichst viele dieser Fähigkeiten, die ein menschlicher Berater hat, auch im Computerprogramm verwirklicht werden. Früher war das aus technischen Gründen unmöglich. In den letzten Jahren sind in der Informatik jedoch Methoden entwickelt worden, die darauf abzielen, das Können von Fachleuten mit dem Computer nachzubilden. Dieses Gebiet wird mit dem Stichwort "Künstliche Intelligenz" umrissen. Eine bessere Bezeichnung dafür ist eigentlich "Wissensverarbeitende Systeme", "Wissensverarbeitung" oder "Expertensysteme". Es geht darum, dem Computer das Fachwissen auf einem bestimmten Gebiet beizubringen, damit er die Funktion eines Fachmanns übernehmen kann. Der Computer kann dann Lösungen zu Fachproblemen anbieten. Unsere Arbeit bestand nun darin, diese neue Technologie anzuwenden, um astrologische Interpretationen mit dem Computer zu machen.

Frage: Was ist der Unterschied zwischen der neuen Horoskop-Deutung des Astrodienst und den übrigen auf dem Markt erhältlichen Computer-Interpretationen?

A.T.: Ich möchte die anderen Anbieter nicht schlecht machen. Man kann jedoch sagen, dass wir qualitativ einen bedeutenden Schritt weiter sind.

Frage: Sind die bisherigen Produkte denn nach einem Bausteinprinzip hergestellt?

A.T.: Der Begriff "Bausteinprinzip" beschreibt den Unterschied zu wenig, denn letztlich arbeiten auch wir mit Textbausteinen, d.h. im Ausdruck werden vorher geschriebene Textstücke verwendet. Wesentlich jedoch ist, in welchem inneren Zusammenhang diese Bausteine stehen und in welchem Sinn sie im Programm ausgewertet werden, um sie zu einer ganzen Aussage zusammenzufügen. Man kann sagen, dass bisher meistens nach einem Kochbuchrezept vorgegangen wurde, in dem Sinne: Man nehme einen festen Text für Mars im Skorpion, einen festen Text für Mars im 2. Haus, eine festen Text für Sonne im Fisch, einen festen Text für Sonne im 6. Haus, man nehme einen Text für den Aspekt zwischen Sonne und Mars, und man reiht diese Texte alle einfach nacheinander auf. Kein menschlicher Astrologe arbeitet so, aber alle bisherigen Computerhoroskope taten nichts anderes. Unser Programm hat dagegen einen komplexen Problemlösungsmechanismus. Es ist das Problemlösungsverhalten eines Fachmannes bzw. einer Fachfrau gespeichert. Unser Computer ist imstande, diese Fähigkeiten anzuwenden. Am liebsten würde ich es mit medizinischer oder psychologischer Diagnostik vergleichen, wenn der Vergleich nicht so gefährlich wäre. Dort kann man auch nicht einfach nur mit einer linear-additiven Methode arbeiten, d.h. mit einer Methode, bei der einfach nur Einzelfaktoren isoliert betrachtet und aneinander gereiht werden. Es braucht den Fachmann, der Zusammenhänge und Muster wahrnimmt. Mit der Technik der "Künstlichen Intelligenz" gelingt es dem Computer, Bilder zu "sehen", Strukturen zu erkennen, Analogien aufzuspüren im Ganzen. Das Programm arbeitet mit psychologischen Modellen, die gespeichert sind. Insofern ist das Vorgehen des Programmes mit dem Vorgehen eines Fachmannes zu vergleichen. Es ist wie eine synthetische Methode im Vergleich zu einer zerlegenden Methode.

Frage: Wird also quasi das Vorgehen eines Astrologen durch das Programm simuliert?

A.T.: Wenn ein Astrologe ein Horoskop sieht, ist es für ihn mehr als die Aneinanderreihung von verschiedenen Planeten-Konstellationen. Zwar kennt er die Einzelfaktoren, die das Horoskop bilden. Er sieht jedoch die Bezüge, er sieht Themen auftauchen in diesem Horoskop. Er sieht Gegensätze, er sieht ähnliche Faktoren, die in verschiedenen Konstellationen ausgeprägt sind. Er kann dadurch Faktoren miteinander in Beziehung setzen, deren Zusammenhang auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist. Dies unterscheidet den Fachmann vom Laien, der einfach ein starres Konzept anwendet.

Frage: Wie kann ein Computer so etwas leisten? Er arbeitet doch so, dass man ihm sagen muss, wenn das ist, mach das und wenn das ist, mach jenes.

A.T.: Mit der Programmiertechnik der Expertensysteme oder der Künstlichen Intelligenz wird eben genau dies möglich. Man gibt dem Computer auch Beschreibungen solcher Themen ein. In der Fachsprache heissen diese "frames", Rahmen.

Frage: In welche Richtung zielen diese Beschreibungen?

A.T.: Zuerst muss ich ausführen, wie ich die menschliche Seele oder Psyche sehe. Ich lehne mich dabei an die Perspektive der Jungschen Psychologie an. In uns befindet sich nicht einfach ein einziges Ich, ein bewusster Wille, und aussen eine Umwelt, sondern in jedem von uns steckt eine ganze Reihe von Kräften, Facetten. Es ist wie eine ganze Gruppe von inneren Figuren, die so verschiedene Rollen und Persönlichkeiten darstellen, wie die Figuren, die in einem Drama auftauchen. Jeder Mensch hat so etwas wie ein eigenes, individuelles Lebensdrama. Diese Figuren schauen bei jedem etwas anders aus. In ihrem Zusammenspiel und ihren Konflikten stellen sie einen inneren Konflikt des Menschen dar, der sich auch oft in seinem Leben äussert. Diese inneren Figuren bilden das, was mich und meinen Charakter ausmacht. Manche dieser Figuren sind bewusst. Meine rationale, analytisch denkende Seite z.B. ist mir wohlbekannt, diese brauche ich in meinem Beruf, beim Programmieren. Meine gesellige Seite lebe ich zusammen mit Freunden. Meine genusshafte Seite kommt zum Vorschein, wenn ich koche und Freunde zum Essen einlade. Mit diesen bewussten Figuren agiere ich in meinem Leben. Daneben aber gibt es auch Figuren, die mir nicht so bewusst sind. Sie sind versteckt und kommen nur in gewissen Situationen wie Krisen hervor, ohne dass ich im Griff hätte, wann sie auftauchen. Auf irgendeine Reizung hin z.B. kann ich ziemlich aggressiv werden, ohne dass dies Teil meiner normalen Persönlichkeit wäre. In mir steckt also auch etwas, das aggressiv und zerstörerisch sein kann. Diese verschiedenen Figuren und ihre Gewichtung sind im Horoskop sichtbar. Diesen inneren Figuren entsprechen bestimmte Konstellationen und Muster im Horoskop. Deswegen funktioniert überhaupt Astrologie. Wenn man das Horoskop anschaut, sieht man dort bestimmte Schwerpunkte von Planetenkonstellationen, Tierkreiszeichen, Stellungen von Häusern usw. Diese Konstellationen kann ein Astrologe interpretieren und sowohl Aussagen über die bewusste als auch unbewusste Seite des Menschen machen. Diese unbewussten Figuren können, wenn sie plötzlich auftauchen, Probleme im Leben schaffen. Unter diesen Figuren hat es jedoch auch sehr positive, kreative Figuren. Oft ist sich der Mensch dieses kreativen Potentiales gar nicht bewusst. Er konnte es nie entwickeln, weil es nie aus dem Unbewussten hervorgeholt wurde. Es ist deshalb nicht richtig, diese Figuren als positiv oder negativ zu bewerten. In der Wissensbasis unseres Programmes befinden sich Beschreibungen solcher innerer Figuren und eine Beschreibung davon, welche astrologischen Kombinationen in einer Beziehung mit solchen Figuren stehen. In der Wissensbasis des Programmes sind auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren beschrieben. Einzelne bilden eigentliche Gegensatzpaare. So gibt es z.B. den Einzelgänger, der sich keine Illusionen über die Welt und die Menschheit macht. Als Gegensatz dazu gibt es den geselligen Typ. Oder es gibt den konservativ - väterlichen Typ im Gegensatz zum Jüngling, die im typischen Konflikt von verantwortungslos und verantwortungsschwer stehen. Es gibt weiter den Gegensatz des nüchtern-zynischen und des romantischen Typs oder Archetyps. Es werden also in der Wissensbasis des Programmes auch die Konflikte beschrieben, die dadurch entstehen können, dass im Horoskop solche antagonistischen Kräfte auftreten können. Daneben gibt es auch Beschreibungen von Verwandtschaftsbeziehungen der Figuren. Der romantische Typ ist z.B. mit dieser jünglingshaften, abenteuerlichen Figur verwandt. Sie haben zum Teil ähnliche Züge. Oder der Einzelgänger und der traditionsbewusste Patriarch vertragen sich irgendwie, jedenfalls stören sie einander nicht.

Frage: Kann man diese inneren Figuren als Archetypen bezeichnen?

A.T.: Ja sicher. Die Archetypen stellen die Grundfiguren der menschlichen Psyche dar. Insbesondere in der Mythologie findet man deren Beschreibung.

Frage: Es gibt also ein sehr umfangreiches Regelwerk in diesem Programm?

A.T.: Ich würde nicht Regelbeschreibung sagen. Regeln spielen zwar schon eine Rolle. Treffender wäre es, von Musterbeschreibungen zu sprechen. Dies ist das Wesentliche. Wenn wir nun das Horoskop einer bestimmten Person dem Programm zur Analyse geben, dann geht dieses die ganze Reihe von archetypischen Figuren durch und prüft, wie weit die astrologischen Kombinationen deren tatsächliches Vorhandensein im individuellen Fall nahelegen. Genau genommen geht das Programm nicht alle Typen durch, sondern trifft zuerst eine gewisse Vorauswahl, mit welcher bestimmte Figuren ausgeschlossen werden können. Es wird aber zu kompliziert, wenn ich im Detail auf das Funktionieren des Programms eingehe. Das Programm prüft also, ob die beschriebenen Muster beim einzelnen vorhanden sind und wie gut diese greifen. In der Regel findet es mehrere im Horoskop. Dann muss es sich entscheiden, welche von denen, die es gefunden hat, die wichtigsten sind und wie diese zueinander eingeordnet werden müssen. Dabei achtet es insbesondere darauf, welche die stärksten Opponenten sind. Es ist eine wichtige Erkenntnis der Tiefenpsychologie, dass innere Gegensätze auch im äusseren Leben ein Thema sein werden. Das Auftreten von solchen inneren Gegensatzpaaren ist deshalb für die Interpretation von ausschlaggebender Bedeutung. Geprüft werden ferner Verwandtschaftsbeziehungen: Wenn z.B. drei Figuren auftreten, die ähnliche Züge haben, und ihnen nur ein Antagonist gegenübersteht, ist wahrscheinlich, dass ein der ersten Gruppe entsprechender Charakterzug bei der Person zum Ausdruck kommt. Die gegensätzliche Schattenseite dagegen ist meistens verdrängt; sie ist bei der Persönlichkeit des Betreffenden auf den ersten Blick nicht sichtbar und ihm selbst oft lange im Leben unbewusst. So findet also eine Abwägung statt unter den Mustern, die gefunden wurden. Der Computer entscheidet auf diese Weise, welche Themen am wichtigsten sind für die Person, deren Geburtshoroskop analysiert wird. Diese Züge werden dann beschrieben. Das ist der Prozess, wie das Psychologische Horoskop hergestellt wird.

Frage: Wie kommt das Programm auf den psychologischen Typus, der im ersten Teil des Horoskopes im Kapitel II. dargestellt wird?

A.T.: Das Kapitel II. der Deutung befasst sich mit dem, was C.G. Jung die vier psychologischen Typen nennt. Diese vier Typen haben eine Entsprechung mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft. Der intuitive Typ, bei dem die Phantasie stark ausgeprägt ist, und der Empfindungstyp, der sich stark von seinen Sinnesempfindungen leiten lässt, bilden zusammen ein Paar. Das zweite Paar wird gebildet aus dem rationalen Typ, dem Denker, und dem Gefühlsmenschen, dessen stärkste Funktion das Fühlen, Mitfühlen usw. ist. Das Programm beobachtet, wie die Planeten in den verschiedenen Elementen verteilt sind und schliesst daraus auf den psychologischen Typus. Sehr häufig findet man Ungleichgewichte in dem Sinn, dass irgendein Element ziemlich schwach oder völlig unbesetzt ist. Dies ist die undifferenzierte Funktion. Eine andere Funktion ist dagegen die stärkste. Möglich ist, dass eine zweite Funktion auch stark ist und deshalb auch berücksichtigt werden muss. Liz Greene bezeichnet den psychologischen Grundtypus als das Bühnenbild, auf dem das Seelendrama stattfindet. Dieses Bühnenbild, auf dem die Figuren später agieren, prägt bereits wesentlich die Atmosphäre dessen, was passiert. Wenn wir einen Empfindungstypen haben, bei dem innere Figuren vorhanden sind, die mehr in der Phantasie leben, abgehoben und nicht erdverbunden sind, werden es diese schwer haben, ihre Qualitäten auszuleben. Oder wenn die mentale Funktion am stärksten betont ist, werden innere Figuren, die sehr gefühlsorientiert sind, sich nicht so gut zu Hause fühlen. Von dem her ergibt sich bereits aus diesem ersten Teil der Deutung, welche Figuren es einfacher oder schwerer haben werden, sich auszuagieren, welche deutlich zum Ausdruck kommen und welche eher in den Schatten gedrängt werden. Diese Grundlegung sagt also schon sehr viel aus. Diese vier Grundtypen entsprechen auch den bekannten vier Temperamenten, dem melancholischen, cholerischen, sanguinischen und phlegmatischen, wobei diese alten Begriffe nicht mehr adäquat sind für unser heutiges Denken.

Frage: Welche Funktion hat denn der Hauptteil der Horoskop-Deutung?

A.T.: Darüber haben wir ja bereits gesprochen. Im Hauptteil der Deutung, im Kapitel III. werden im Horoskop astrologische Muster gesucht, die archetypischen Themen entsprechen, und gegeneinander abgewogen. Der Computer entscheidet dann, welche am wichtigsten sind und am stärksten zum Ausdruck kommen. Es sucht gewissermassen die Hauptkonflikte des inneren Seelenlebens. Manchmal findet das Programm auch zwei oder drei solcher Hauptthemen.

Frage: Kann sich das Programm immer zwischen den einzelnen Themen entscheiden?

A.T.: Das ist nicht immer einfach. Der Astrologe, der einem Klienten gegenübersitzt, könnte wohl aus dem Erscheinungsbild und den Angaben, die ihm der Klient macht, sich eine Vorstellung bilden, welche Figur nun im Leben des Betreffenden die Oberhand gewonnen hat. Das Programm stellt in einem solchen Fall die Beschreibung der gegensätzlichen Figuren als gleichwertig nebeneinander. Es beschreibt beide, weil wir nicht wissen, welche Figur im Leben oder in der momentanen Lebensphase des Betreffenden die Oberhand gewonnen hat. Dennoch aber ist es möglich, dieses Paar zu beschreiben und damit dem Leser einen Zugang zur eigenen Selbsterkenntnis zu verschaffen.

Frage: Was ist der Unterschied zwischen einer psychologischen Beratung und dem Lesen dieser durch den Computer zusammengestellten Horoskop-Deutung?

A.T.: Ein Astrologe, der von einem Jungschen Hintergrund kommt, wird mit einem ähnlichen Instrumentarium und einer ähnlichen Methodik wie unser Programm an seine Aufgabe herangehen. Er hat jedoch eine wesentliche zusätzliche Informationsquelle, und zwar den Klienten, der ihm gegenübersitzt. Ihm kann er Fragen stellen. Gegenüber dem Computerprogramm hat er damit einige Vorteile. Wenn er findet, dass mehrere Themen im Horoskop ziemlich gleichgewichtig sind, kann er meistens durch eine Frage an den Klienten herausfinden, welche dieser Themen der Klient gewissermassen für sich selbst gewählt hat, mit welcher der beiden Seiten er sich identifiziert. Das kann das Computerprogramm nicht. In der Praxis ist es jedoch meistens so, dass die Themen nicht gleichgewichtig sind. Es ist die Regel, dass ein Thema vorherrscht. Der Astrologe kann sich auch viel stärker fokussieren auf das, was der Klient an ihn heranträgt. Der Klient will ja etwas wissen, das er über sich noch nicht weiss. Deshalb kommt er zum Astrologen. Dieser kann sich deshalb auch auf diese Aspekte beschränken. Das Computerprogramm ist dagegen zwangsläufig ausführlicher. Es weiss ja nicht, wo der Klient steht, was er alles schon weiss und was er zusätzlich wissen will. Es gibt Menschen, die haben sich mit sich selbst noch kaum befasst. Sie wissen nur sehr wenig über ihre eigene Psyche. Andere Menschen wissen schon sehr viel. Sie waren vielleicht schon in verschiedenen Lebenskrisen und seelisch schwierigen Situationen. Der Fokus ist deshalb einfach stärker in einer persönlichen Beratung. Unser Text ist deshalb auch relativ ausführlich. Er entspricht in seiner Länge 40 - 50 Buchseiten. Man braucht einige Stunden, um den Text gründlich zu lesen.

Frage: Kann durch diesen Computertext eine astrologische Beratung ersetzt werden?

A.T.: Es ist zu prüfen, was in einer astrologischen Beratung passiert. Es ist keine Situation, in der einfach reines Wissen vermittelt wird. Die beiden Personen sind im gleichen Raum. Es spielt das Mitgefühl eine Rolle, mit dem der Astrologe auf die Lebensprobleme eingeht, die ihm der Klient darlegt. Genausowenig wie man eine Krankenschwester durch eine Pflegemaschine ersetzen kann, kann man den menschlichen, sich einfühlenden Astrologen durch einen Computer ersetzen.

Frage: Der Astrologe hat also gewissermassen auch eine therapeutische Funktion, die der Computer nicht übernehmen kann?

A.T.: Der Astrologe ist ein Mit-Mensch, ein mitfühlender Mensch, dessen Aufgabe darin besteht, anderen Menschen zu helfen. Nicht jeder Astrologe versteht sich als Therapeut und nicht jeder Klient, der zu einem Astrologen geht, geht nach seinem Selbstverständnis zu einem Therapeuten. Der Astrologe ist einfühlender, beratender Mit-Mensch, Helfer. Und diese menschliche Funktion kann ein Computer als Maschine nicht übernehmen. Anderseits können uns jedoch auch Bücher helfen, z.B. psychologische Bücher über Ehekrisen und ähnliches, die von mitfühlenden Autoren geschrieben worden sind. Ein solches Buch vermittelt sehr viel menschliche Qualitäten, denn dahinter steht ein einfühlender Autor, der aus seiner eigenen Lebenserfahrung schöpft. Dahinter steht auch sein Fachwissen und seine Erfahrung, mit diesen Problemen umzugehen. Ein solches Buch vermittelt also nicht nur Wissen, sondern ermöglicht es dem Leser auch, sich emotional darin wiederzufinden, sich in Problemen anderer wiederzufinden, die in dem Buch beschrieben werden. Das Lesen des Textes kann also wesentliche emotionale Prozesse auslösen. Diese Ueberlegungen treffen auch auf das Psychologische Horoskop zu. Es ist nicht nur kaltes Papier, von einem kalten Computer gesetzt. Die Autorin bringt ihre Gefühlsintelligenz, ihre mitfühlenden Fähigkeiten in den Text ein, der dann vom Computer ausgedruckt wird. Es ist ja nicht der Computer, der selbst die Texte geschrieben hat. Diese stammen vielmehr von einer sehr erfahrenen Psychotherapeutin und Astrologin, die eine ganze Reihe von psychologisch-astrologischen Büchern geschrieben hat, die international sehr verbreitet sind. Durch ihre Texte fliessen sehr viele menschliche Qualitäten in die Deutung ein. Im Unterschied zu einem Buch sind die Texte jedoch speziell für den Leser ausgewählt. Auch in einem Buch finden Sie Textstellen, die Sie besonders ansprechen, die mit Ihnen in Resonanz treten. Bei einem fünfhundertseitigen psychologischen Werk, werden dies jedoch nur einige wenige Stellen sein. Dies ist beim Psychologischen Horoskop anders. Weil hier die Texte speziell für den Leser aufgrund des vorher beschriebenen Vorgehens ausgewählt wurden, wird dieser fast nur Stellen finden, die ihn ansprechen und ihm ganz persönlich etwas zu sagen haben. Das Psychologische Horoskop ist in diesem Sinne also nicht von einem Computer gemacht. Wir haben vielmehr Teile von dem, was eine menschliche Astrologin kann, in einem Computermodell dargestellt. Aussagen und Texte, die eine erfahrene Astrologin verfasst hat, wurden im Computer eingespeichert und werden dann individuell wiedergegeben.

Frage: Die Autorin der Texte und des astrologischen Wissens ist also eine Schlüsselfigur beim Zustandekommen des Psychologischen Horoskop?

A.T.: Für das Zustandekommen eines Projektes wie das Psychologische Horoskop braucht es zwei Seiten: einerseits den Fachmann, bwz. die Fachfrau, welche über das spezifische Fachwissen verfügt und die Texte verfasst, andererseits den Informatiker, den sog. Wissensingenieur, wie es in der Fachsprache heisst. Seine Aufgabe ist es, das Fachwissen des Fachmannes zu strukturieren und in eine dem Computer verständliche Form zu bringen. In dem Prozess zwischen Fachmann und Wissensingenieur entsteht erst das Expertensystem. Beide Seiten sind unabdingbar.

Frage: Wer ist Liz Greene?

A.T.: Zur Person der Autorin: Liz Greene ist eine der weltweit führenden astrologischen Autoren und Astrologen. Sie ist eine der Hauptfiguren in der modernen psychologischen Astrologie, d.h. in der Verbindung zwischen dem alten, symbolischen Denksystem der Astrologie und der modernen Tiefenpsychologie. Frau Dr. Greene ist promovierte Psychologin und ausgebildete Jungsche Psychoanalytikerin. Sie arbeitet etwa zu gleichen Teilen als Psychoanalytikerin und Astrologin. Ihre astrologische Tätigkeit besteht in der Beratung und dem Verfassen von astrologischen Büchern. Daneben veranstaltet sie auch regelmässig Astrologie-Seminare und leitet eine Schule für Psychologische Astrologie. Ihre Bücher wurden in etwa l0 Sprachen übersetzt. Neben ihren Astrologiebüchern hat sie noch einige historische Romane und Kinderbücher geschrieben. Fast alle ihre Bücher sind auch auf deutsch erhältlich. Mit ihrer Fähigkeit zu schreiben und mit ihrem sehr entwickelten psychologischen Hintergrund ist sie diejenige Person, die heute Astrologie und Jungsche Psychologie zu einer Synthese gebracht hat. Nicht dass die je getrennt gewesen wären; C.G. Jung selber hat sich immer schon mit Astrologie befasst und von sehr vielen seiner Patienten Horoskope erstellt. Seine Tochter musste ihm jeweils die Horoskope zeichnen. Frau Gret Baumann-Jung ist übrigens eine der führenden Astrologinnen in Zürich. Einer breiten psychologisch interessierten Oeffentlichkeit hat aber erst Liz Greene diesen Zugang erschlossen. Dazu beigetragen hat gewiss ihre leichte Feder. Ihre Bücher sind sehr lebendig und spannend zu lesen. Etwas war schon immer ihr Ziel: Sie wollte die Astrologie in die Psychologie bringen, sie dahin zurückbringen. Die Astrologie war früher ein alles durchdringendes Denksystem. Sie war verknüpft mit allen anderen Wissenschaften und damit gewissermassen die älteste Psychologie. Früher gab es keinen eigenen Wissenschaftszweig, der sich mit der Seele des Menschen befasst hätte. Die moderne analytische Psychologie Freuds hat sich zum Grossteil sehr rational entwickelt.Sie stammt aus einer anderen Quelle. Sie war geprägt von einem rationalen, fast mechanistischen Menschenbild. In der Psychologie von C.G. Jung sind dann wieder die tieferen, verschütteten Seiten der Seele ausgedrückt worden und legitim an die Oberfläche gekommen. Liz Greene sieht ihre Aufgabe darin, diese verschütteten Gebiete mit astrologischen Mitteln aufzuspüren und damit die Astrologie für die moderne Psychologie wieder zugänglich und akzeptabel zu machen. Sie hat in beiden Gebieten eine solide Basis und hat damit die Fähigkeit, diese zusammenzufügen.

Frage: Kann mit diesen Deutungen auch Missbrauch getrieben werden? Ist es möglich, dass diese für gewisse Leute sogar schädlich sind?

A.T.: Paracelsus hat schon gesagt, dass jedes Heilmittel auch ein Gift ist. Es kommt auf die Dosierung an. Das gleiche gilt auch für astrologisches Material. Die Analyse präsentiert sehr viel psychologisches Material. Im Text kommt keine Astrologie in dem Sinn vor, dass von Planeten, Häusern oder Sternzeichen die Rede ist. Im Text geht es um psychologische Themen und Probleme. Mit psychologischem Material kann Schaden angerichtet werden. Es passiert jedem, der sich als Jugendlicher mit Psychologie beschäftigt: Man kauft sich ein Buch über Minderwertigkeitskomplexe, liest es und findet mit Schrecken heraus, dass man ja auch solche Minderwertigkeitskomplexe hat. Man geht durch einen Prozess hindurch, bei dem man alle dunkeln Seiten, die in einem Psychologiebuch beschrieben sind, auch bei sich findet. Ein solches Buch kann also in den Händen dessen, der instabil ist, Schaden anrichten. Aber in den Händen desjenigen, der auf ernsthafter Suche nach sich selbst ist, kann es von grossem Nutzen sein. Früher wurden viele Bücher auf den Index der Kirche gestellt, weil man sie für die Allgemeinheit schädlich hielt und man dem allgemeinen Volk nicht zugetraut hat, damit umgehen zu können. Dies war z.B. mit Büchern über die Sexualität der Fall. Schaden und Schädlichkeit sind also sehr relative Begriffe. Alles was eingeht auf Probleme und Lebenskonflikte, kann sehr nützlich und heilsam sein, weil letztlich die Bewusstmachung von Problemen immer die bessere Wahl ist als deren Verdrängung. Wir müssten also eher nach dem Nutzen fragen. Dennoch kann es passieren, wenn man einer Person aufdeckt, die auf der Kippe steht, dass sie auch noch einen Vaterkomplex hat, dass sie dies in eine tiefe Depression wirft. Insofern ist jeder psychologische Text, sogar ein Roman, der ein bestimmtes Problem beschreibt, genauso gefährlich oder ebenso nützlich. Er kann Krisen auslösen. Die Frage ist, ob eine Krise an sich schädlich ist. Eine Krise ist an sich nützlich, sie ist ja bereits Veränderung. Das Psychologische Horoskop enthält ein Potential zur Krisenauslösung. Es besteht jedoch kein Unterschied zu allem andern, das die Seele anstösst. Die Autoren sind sich jedoch in hohem Masse der Verantwortung bewusst, die mit der Herstellung eines solchen Produktes verbunden sind. Wir wissen ja nicht genau, in welche Hände diese Deutung gelangt. Die meisten werden in die Hände von Leuten gelangen, die an Psychologie oder Astrologie interessiert sind und mehr über sich wissen wollen. Wir schreiben im Prospekt klar, dass sich das Horoskop mit psychologischen Themen des einzelnen befasst. Wir schicken den Text niemandem anonym ins Haus, der den Text gar nicht lesen wollte. Wir gehen also davon aus, dass sich der Leser bei der Bestellung bewusst ist, was er bestellt, auf was er sich einlässt. Die Texte sind mit Verantwortungsbewusstsein gestaltet. Sie sind nicht darauf ausgerichtet, jedem zu sagen, was für ein Komplexbündel er ist. Sie sind mit der Grundhaltung gestaltet, dass vieles, was verschüttet ist beim Einzelnen, wert ist, an die Oberfläche geholt zu werden, dass es Schätze sind, die in der Seele oder im Unbewussten vergraben sind, die, wenn sie gehoben werden, Kreativität und Lebensgenuss steigern können. Denn Integration der verschiedenen verschütteten Teile einer gesamten Persönlichkeit bedeuten Erhöhung der Lebensqualität. Wenn ein Mensch durch einen Integrationsprozess geht, entsteht ein reicheres Ganzes, eine reifere Persönlichkeit. Diese unbewussten kreativen Seiten einer Persönlichkeit sind im Horoskop ausgesprochen betont. Nicht dass die dunkeln Seiten beschönigt werden. Doch jede dunkle Seite hat auch ihren kreativen Aspekt. Umgehen mit Aggressivität z.B. gibt nicht einfach einen bösen Menschen, sondern einen ganzen Menschen. Trotzdem, wie ich am Anfang gesagt habe, alles kann eine Krise auslösen. Dies ist mit ein Grund, weshalb wir jeder Deutung einen Fragebogen beifügen, der die Möglichkeit bietet, zu reagieren. Wir halten das für sehr wichtig. Es wird dem Leser nicht einfach nur etwas an den Kopf geworfen, sondern wir sind in einem bestimmten Mass, das vom Einzelfall abhängt, bereit, auf den Leser einzugehen. Wir sind ja ausgesprochen interessiert daran, vom Leser ein Feedback zu erhalten. Dies gibt ihm dann jedoch auch die Möglichkeit, ein Notsignal auszusenden und sich an uns zu wenden. Wenn uns jemand ein solches Signal von Verwirrtheit und Durcheinandersein sendet, wird dies nicht untergehen bei uns. Wir sind in der Lage das Feedback zu sichten und damit umzugehen.

Frage: Die Horoskope sind für Erwachsene gedacht. Kann man sie auch für Kinder erstellen?

A.T.: Das Psychologische Horoskop befasst sich mit der Lebensproblematik von Erwachsenen. Sie ist für denjenigen zum Lesen bestimmt, der im Text beschrieben wird. Die Deutung befasst sich ja sehr stark mit den unbewussten Seiten der Psyche. Es ist deshalb nicht besonders sinnvoll, wenn über fremde Personen solche Horoskope erstellt werden. Klar kann es spannend sein zu lesen, was die Deutung über den Chef aussagt. Aber das ist nicht die Zielrichtung. Der Text ist geschrieben für den Erwachsenen, der sich mit sich selber befassen will. Damit er nicht ins Leere greift, muss ein Stück Leben gelebt worden sein, sonst kann keine Lebensproblematik erfasst werden. Ein Kind von l0 Jahren z.B. kann mit der Deutung sowenig anfangen, wie es mit einem Buch über Eheproblematik anfangen könnte. Von daher ist eine Altersgrenze von l4 Jahren gesetzt. Es ist immer schwierig, eine präzise Grenze zu ziehen. Wir sind der Meinung, dass zumindest der erwachsen werdende Mensch Zugang zu der Deutung haben soll. Wenn wir sagen würden, das Horoskop wird nur für Leute über 20 Jahren erstellt, so wäre dies eine Missachtung des aufgeweckten, psychologisch interessierten Siebzehn- oder Fünfzehnjährigen. Wir sind uns bewusst, dass die Setzung von Altersgrenzen immer willkürlich ist.

Frage: Was hat es gebraucht, um dieses Produkt so zu entwickeln, wie es sich heute darstellt?

A.T.: Es braucht zwei Fachkräfte: Einerseits den Fachmann, bzw. in unserem Fall die Fachfrau, die das Fachwissen liefert und die Texte verfasst, die am Schluss dann ausgewählt werden. Andererseits braucht es den Computer-Spezialisten, den Wissensingenieur, der dieses Fachwissen strukturieren und in ein Computerprogramm umwandeln kann. Wissensverarbeitung ist ein sehr neues Gebiet. Die Methoden für den Bau eines Expertensystems kann man heute noch nicht von der Stange kaufen. Das ist keine verbreitete Computertechnologie, die jeder Programmierer einfach beherrscht. Es ist nicht so, dass man sich statt eines Textverarbeitungs-Systems ein Wissensverarbeitungs-System kaufen kann. Expertensysteme sind ein Gebiet, die gerade erst von den Hochschulen den Weg in die Praxis gefunden haben. Der Anwender, der heute mit solchen wissensverarbeitenden Systemen arbeiten will, muss sich sehr viele Software- oder Programmierwerkzeuge selber schaffen. Oder er kann sich zu sehr teuren Preisen sehr spezialisierte Maschinen, die für Künstliche Intelligenz gebaut sind, auf dem Markt einkaufen. Ich habe mich seit etwa vier Jahren mit dem Bereich der Künstlichen Intelligenz befasst, und mir Kenntnisse auf diesem Gebiet beschafft. Ich habe die Programmiersprachen gelernt, die auf diesem Gebiet wichtig sind: zuerst an der Universität Zürich die Programmiersprache Lisp, später an der ETH die Programmiersprache Prolog. In der Folge haben wir uns dafür entschieden, unser Projekt eines astrologischen Expertensystems auf der Programmiersprache Prolog aufzubauen. Es handelt sich hier um eine sehr moderne Programmiersprache, die speziell dazu geschaffen wurde, logisches Denken, Regeln und Aussagen logisch miteinander zu verknüpfen. Prolog ist die Sprache, die vor einigen Jahren von den Japanern für ihr sehr bekanntes Fifth Generation Computer Project gewählt wurde. Dies ist ein gemeinsames Projekt der japanischen Computerindustrie. Ziel davon ist, der Künstlichen Intelligenz zu einem breiten Durchbruch zu verhelfen. Es war also etwa die Arbeit von vier Jahren, die programmiertechnischen Grundlagen und die notwendigen Software-Werkzeuge zu erschaffen und das Programm zu gestalten. Ein wesentlicher Schritt war auch, die Programmiersprache Prolog, die es nicht auf den uns zu Verfügung stehenden Computern gab, für diese umzuschreiben. Wir mussten für unsere Hewlett- Packard Computer einen speziellen Sprachcompiler entwickeln. Wir standen dabei in engem Kontakt mit der ETH Zürich, wo ein Prolog-Compiler für die Computer der ETH entwickelt wurde. Ich habe mich mit diesen Leuten in Verbindung gesetzt und in Zusammenarbeit mit ihnen die Sprache portiert und weiterentwickelt, um sie auf den Computern, die wir verwenden, einsetzbar zu machen. Dieser Prolog-Interpreter ist damit zu einem Software-Paket für HP-Computer geworden, das zum Verkauf steht. Es ist sozusagen ein Nebenprodukt unserer eigenen Entwicklung. Von 1983 bis Ende 1985 wurden solche Vorarbeiten geleistet: Erwerb des technischen Know-Hows, Schaffung der Software-Werkzeuge. Von Ende l985 bis Anfang l987 fand die tatsächliche Realisierung des Projektes statt: Der Aufbau der Wissensbasis, des Programms und der Texte für die Herstellung der Psychologischen Horoskope.

Frage: Sind Sie nun Computer-Spezialist oder Astrologe oder beides?

A.T.: Ich bin natürlich in erster Linie der Computer-Spezialist gewesen.

Frage: Was ist Ihr ausbildungsmässiger Hintergrund?

A.T.: Ursprünglich habe ich Physik studiert. Nach dem Diplom habe ich an der ETH Zürich in experimenteller Festkörper-Physik promoviert. Dies war l98l. Daneben habe ich mich mein ganzes Physikstudium hindurch sehr intensiv mit Computern befasst. Für mich war Physik oft zweitrangig gegenüber den Computerproblemen und der Computeranwendung. Daneben hat mich aber immer auch schon Psychologie interessiert. Es bestand immer eine gewisse Spannung zwischen dem psychologischen Interesse am Menschen und dem rationalen, naturwissenschaftlichen Interesse an Physik und Computern. Es waren immer zwei Seiten in mir, die nicht so richtig zusammengepasst haben. l979 bin ich dann der Astrologie begegnet. Dies war ein intensives Erlebnis für mich. Astrologie hat praktisch zwei Seiten: Es ist eine Mischung zwischen einem symbolisch- psychologisch-assoziativen System, das sich im Bereich des Irrationalen, nicht logisch und kausal Erfassbaren bewegt. Gleichzeitig verwendet die Astrologie die genau berechenbaren Planetenbahnen, zu denen im astrologischen System bekanntlich auch Sonne und Mond gehören, und hat damit eine mathematisch ganz exakte Seite. Für die Astrologie sind beide Seiten notwendig. Der Astrologe braucht das genau berechnete Horoskop, um dieses dann psychologisch zu deuten. So wurde für mich die Astrologie zu einem Weg, um diese beiden Seiten in mir zusammenzuführen. Vielleicht war ich deswegen von Anfang an so von Astrologie fasziniert. Ich habe dann begonnen, Astrologie-Bücher zu lesen, Kurse zu besuchen. Die Berechnung von Horoskopen habe ich den Computern, die mir ein so gängiges Handwerkszeug waren, übertragen und aus diesen, zuerst spielerischen Bemühungen, ist dann bald, l980, der Astrodienst entstanden. Damals habe ich das so nebenbei in meinem Labor in der ETH gemacht. Am Abend habe ich das Programm über die Zeichnungen der Planeten und Planetenbahnen entwickelt. l98l, als ich die Promotion abgeschlossen hatte, habe ich dann für den Astrodienst Zürich, also den astrologischen Berechnungsservice gearbeitet und dies zu meiner Haupttätigkeit gemacht. Diese Arbeit ist auf sehr grosse Resonanz gestossen. Ich habe auf diesem Gebiet durch die Beherrschung von modernen, fortgeschrittenen Programmiermethoden mitgeholfen, den Qualitätsstandard der astrologischen Berechnungen, der grafischen Darstellungen usw. zu heben. So habe ich mich über Jahre hinweg mit Astrologie befasst, vornehmlich aber mit der Technik der Astrologie, mit der Berechnungsseite. Ich wusste stets schon, dass mir die Berechnungsseite allein nicht genug ist. Ich wollte diese Welten noch mehr zusammenbringen. Ich wollte die Welt des Computers mit dieser irrationalen, schwer zu ordnenden psychologischen Seite zusammenbringen. Und dann begegnete ich dieser Technik der Wissensverarbeitung. Ich habe mich ja konstant in der Informatik fortgebildet und habe dann sehr bald geahnt, dass es mit dieser neuen Methodik der Künstlichen Intelligenz vielleicht gelingen würde, das Psychologische Horoskop mit Computern seriös anzupacken. Eben nicht nur kochbuchmässig gewisse astrologische Texte zusammenzukleben, sondern das Modell, wie ein Astrologe ein Horoskop schaut, darzustellen. In der Folge habe ich mich dann immer mehr dem Erlernen dieses neuen Gebietes zugewandt und mir die Methodik der Künstlichen Intelligenz angeeignet, bis es schliesslich Zeit war, ein konkretes Projekt anzugehen. Dies war, wie erwähnt, Ende l985. Während der Zeit, in welcher ich mit Liz Greene gearbeitet habe, ihr astrologisches Wissen auf dem Computer zu implementieren, habe ich meine Beschäftigung mit der astrologischen Deutung sehr intensiviert und in der Astrologie sehr viel dazugelernt. Ich bin nicht nur Techniker, der aus Distanz ein Programm entwirft. Überhaupt nicht. In diesem Prozess der Übertragung des Wissens einer weltweit führenden Astrologin auf den Computer habe ich mich selber weiter zum Astrologen entwickelt. Heute bin ich Astrologe und Computerspezialist zugleich. Ich mache auch seit einiger Zeit selbst astrologische Beratungen. Ein Computerprogramm hat immer seine Grenzen; die persönliche Beratung kann sehr viel Wesentliches für den Ratsuchenden bringen. Ich lerne auch sehr viel von meinen persönlichen Klienten. Freilich kostet eine Beratung auch ein Vielfaches eines Computerhoroskopes.

Frage: Sind Sie mit dem Produkt, das jetzt verkauft wird, zufrieden?

A.T.: Ja, ich bin sehr zufrieden. Und ich bin ein sehr skeptischer und selbstkritischer Mensch. Das könnte ich Ihnen anhand meines Horoskopes erklären. Vielleicht bin ich manchmal sogar ein zu selbstkritischer Mensch. Ich zögere sehr lange, bevor ich etwas gut genug finde, um es anzubieten. Und so habe ich mir auch im Entwicklungsprozess des Programmes immer sehr viel Feedback geholt im Umfeld von Freunden und psychoanalytischer Arbeit. Vor der Einführung fand eine intensive Testphase statt. Schon dort fanden wir aber sehr viel positive Resonanz. In der ganzen Entwicklungsphase haben wir ja die Wissensbasis nicht aus dem Ärmel geschüttelt, sondern die ganze Zeit über getestet. Wir haben immer wieder eine grosse Anzahl von Personen, die wir gut kennen, durchlaufen lassen und geprüft, wie die Modelle funktionieren. Wir haben uns gefragt, ob das Programm die wichtigen Themen bei diesen Menschen findet oder nicht. Wir standen also immer schon in einem Lernprozess und stehen das auch heute noch. Ich bin also zufrieden, ja ich bin überrascht, was wir erreicht haben. Freilich könnten wir noch drei Jahre weiterarbeiten und es ein ganzes Stück detaillierter machen. Ich bin jedoch der Ueberzeugung, dass das Programm heute schon so gut ist, dass es schade wäre, wenn man es nicht denen, die sich dafür interessieren, zugänglich machen würde. Und es ist natürlich auch eine ökonomische Frage: Entwicklungszeit ist sehr teuer und wir müssen zu irgendeinem Zeitpunkt auf den Markt kommen.

Frage: Ist geplant, dass das Programm weiterentwickelt wird oder kommen noch ähnliche Deutungen dazu?

A.T.: Beides. Wir verstehen dieses Programm überhaupt nicht als definitiv. Die Methoden, die darin enthalten sind, sind sehr gut, sie funktionieren und in dem Sinn werden diese so bestehen bleiben. Aber der Inhalt wird sich verfeinern. Das Feedback unserer Klienten ermöglicht uns herauszufinden, wo das Programm am wenigsten greift, vielleicht noch etwas holperig ist, sich nicht klar genug ausdrückt oder wo das Material, das präsentiert wird, am ehesten auf Unverständnis stösst. Neben der Weiterentwicklung des bestehenden Programms gibt es natürlich noch andere Themen, die in der astrologischen Beratung wichtig sind, so z.B. die Erfassung der Zeitqualität. Dazu genügt das Geburtshoroskop nicht, denn dieses ist fix. Wenn wir uns durch die Zeit bewegen, begegnen wir immer bestimmten Abschnitten, in welchen bestimmte Themen auftauchen und besonders akut sind. Andere lassen wir hinter uns. So gibt es einen Wechsel. In der Astrologie gibt es verschiedene Methoden um herauszufinden, was zum jetzigen Zeitpunkt oder in nächster Zeit an Themen besonders aktuell sein wird. Diese Einbringung der Zeitdimension in die astrologische Analyse wäre eine der Anwendungen, die wir im Auge haben. Die andere ist das Thema der Beziehung, der Partnerbeziehung. Dies ist in der psychologischen und astrologischen Beratung generell ein Hauptthema: Beziehungskrisen, Beziehungskonflikte oder auch das Fehlen von Beziehungen. Dort kann die Astrologie Bedeutendes leisten. Sie kann nicht nur einen Menschen betrachten, sondern zwei nebeneinander hinstellen und schauen, wie das Thema Beziehungen in den beiden individuellen Horoskopen sich darstellt und welche Wechselwirkungen bestehen. Auch beim Psychologischen Horoskop wird dieses Thema gestreift. Allerdings steht es nicht im Mittelpunkt und werden nicht beide Partner angeschaut.

Frage: Sind in der Horoskop-Deutung auch Voraussagen enthalten?

A.T.: Es sind nicht Voraussagen enthalten im vulgären Sinne wie: Passen Sie diesen Monat auf in Finanzangelegenheiten! Auf diesem Niveau befassen wir uns überhaupt nicht mit Astrologie. Es gilt aber der Kernsatz: Charakter ist Schicksal. Das heisst, was ich als Konflikt in mir habe, kommt in meinem Leben immer wieder zum Ausdruck. Speziell was ich verdrängt habe, kommt von aussen auf mich zu. Dies hängt mit Projektions-Mechanismen und ähnlichem zusammen. Es gibt so etwas wie eine Weisheit im Schicksal und im Leben und es scheint so, als sei es eine Lebensaufgabe, sich mit den Aufgaben und Konflikten, die einem in die Wiege gelegt wurden, zu befassen. Wenn ich nicht in mich schaue und mich dann mit diesen Konflikten befasse, begegnen sie mir von aussen. In diesem Sinn ist natürlich jede Beschreibung von Charakter, also von dem, was in mir ist, auch ein Hinweis auf etwas, das mir von aussen entgegentreten kann. Je unbewusster jemand ist, je weniger er sich mit sich selbst befasst hat, desto eher passiert es, dass ihm das Schicksal schroff von aussen entgegentritt. Jede Beschreibung von Lebensthemen ist damit in einem gewissen Sinne auch eine Voraussage und gleichzeitig eben auch Nichtvoraussage, weil die bewusste Auseinandersetzung mit dem Konflikt gerade verhindern kann, dass mir dies von aussen vor die Augen geführt werden muss. Es gibt so etwas wie ein Phänomen der "Enthexung", das durch die Auseinandersetzung mit meinen inneren Konflikten und Komplexen passiert. Damit wird diese Bewusstwerdung zur Befreiung, zur Erlösung von Schicksal. Das mag etwas hochgestochen tönen, aber das ist genau das, was die Psychoanalyse macht: Reflexion als Erlösung von sonst von aussen oder auch von innen aus dem Körper auftretendem Schicksal. Dies ist das ganze Geheimnis der Psychosomatik. Man kann also das Thema von Voraussage und Charakter- Analyse nicht von einander trennen. Aber Voraussagen im engeren Sinne, wie wann was passieren wird, machen wir nicht. Das kann man ja gerade deshalb nicht, weil die bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema Schicksal aufheben, Geschehen unnötig machen kann.

Frage: Es ist mir aufgefallen, dass in der Deutung auch sehr viel über die Eltern, zum Teil sogar Aussagen über die Beziehung der Eltern gewagt werden. Wie ist das möglich?

A.T.: Sie stellen zwei Fragen: Einerseits: Wie ist das möglich? Andererseits: Wieso machen wir das? Man muss sich fragen, was psychologisch die Eltern bedeuten. Die Eltern sind nicht nur äussere Menschen, bei denen man wohnt als Kind, die einem das Essen machen und einen erziehen, sondern sie spielen in der Psychologie, insbesondere in der Tiefenpsychologie, eine fast überdimensionale Rolle. Die Eltern bilden für das Kind die erste Erfahrung von etwas Männlichem oder Weiblichem in der Welt. Die Mutter ist die erste Frau, die man kennenlernt. Der Vater, oder der Mann, die die männliche Bezugsperson in der Kindheit übernimmt, ist der Urtyp von Mann, der dem Kind entgegentritt. In der Jungschen Psychologie spricht man von Animus und Anima. Gemeint damit ist die innere männliche und weibliche Seite eines jeden. Beim Mann ist die Animusseite vielleicht mehr auf der bewussten, die Animaseite mehr auf der unbewussten Ebene angesiedelt und bei der Frau umgekehrt, aber es ist nicht immer so klar. Doch die Figuren der Eltern treten immer in Beziehung zu diesen inneren Seiten. Sie übernehmen damit gewissermassen Modellcharakter dafür, wie mein inneres Weibliches oder Männliches aussieht. Wie mein inneres Weibliches ist, hat also etwas damit zu tun, wie meine Mutter ist. Wie mein inneres Männliches ist, hat etwas damit zu tun, wie mein Vater ist. Und zwar nicht unbedingt wie mein Vater äusserlich ist. Er hat ja auch eine unbewusste Seite. Auch meine Mutter hat eine unbewusste Seite, die gar nicht unbedingt stark in ihrem Leben zum Ausdruck kommen muss, die aber das Kind auf einer instinktiven Ebene, unbewusst, sehr deutlich wahrnimmt. Wenn nun im Horoskop meine wesentlichen Seelenteile abgebildet sind, sind natürlich auch Animus und Anima dargestellt. Meine männliche und weibliche Urseite sind abgebildet und haben natürlich sehr viel mit den Elternfiguren zu tun, die ja die ersten Modelle gewesen sind. Es ist eine Beobachtung aus der praktischen Astrologie, dass die Eltern im Horoskop des Kindes wiederzufinden sind. Es muss nicht unbedingt die äussere Erscheinungsform der Eltern sein. Es kann ja ein Elternteil in der Realität völlig abwesend sein und trotzdem besteht eine Vaterfigur im Horoskop des Kindes und diese hat etwas zu tun mit der inneren männlichen Seite, unabhängig davon, ob es sich nun um das Horoskop eines Mannes oder einer Frau handelt. Aus dem Horoskop kann man also sehr viel über die Elternfiguren, so wie sie sich in der Seele des Kindes widerspiegeln, ablesen und dies ist sehr wichtig für mich selber. Denn die Eltern stellen das erste Modell einer Beziehung dar. Die Erfahrung, die ich an meinen Eltern gemacht habe, prägt meine Beziehungsfähigkeit, meine Fähigkeit, mit Konflikten umzugehen. Sich mit den Eltern, wie sie im Horoskop abgebildet sind, zu befassen, gibt Zugang zu einer ganz wichtigen Ebene von Problemen und Konflikten mit sich selber.

Frage: Aufgrund welcher Kriterien macht das Programm Aussagen über Beziehungen?

A.T.: Einerseits werden traditionelle astrologische Interpretationen angewendet wie Siebtes Haus, Venusstellung u.ä. anderseits gehen wir aufgrund der psychologischen Erkenntnisse davon aus, dass der Mensch oft seine unbewussten Seiten im Partner gespiegelt sehen möchte. Man kann dies auch Projektion nennen. Das Beziehungsthema hat deshalb sehr viel mit dem Hauptteil der Horoskopdeutung zu tun, in dem die Hauptfiguren des Charakters beschrieben sind.

Frage: Ist es ihr Anspruch, dass die beschriebene Person ganz genau vom Programm erfasst wird.

A.T.: Unser Anspruch ist, die Lebensthemen des Beschriebenen aufzuzeigen und ihm damit Anregungen zur Auseinandersetzung mit sich selbst zu geben. Je bewusster eine Person mit ihren Problemen umgeht, desto mehr entzieht sie sich der Beschreibung durch das Programm. Anderseits erkennen meist gerade diese Personen besonders klar, dass die Beschreibung die wesentlichen Themen ihrer Persönlichkeit angeschnitten hat. Wir haben nicht den Anspruch, eine Person mit unserem Programm völlig zu erfassen. Das wäre vermessen und anmassend. Zum Glück liegt auch der Computer manchmal daneben. http://www.astro.com/katalog/icon/arrow_top.gif

Frage: Was ist der Sinn dieses Psychologischen Horoskop?

A.T.: Wir sind der Ueberzeugung, dass das Horoskop dem Leser hilft, seiner Lebensthemen bewusster zu werden, und ihn dadurch auch bewusster damit umgehen lehrt. Dies kann eine echte Lebenshilfe bedeuten. Bewusstwerdung bedeutet Befreiung vom Schicksal.

Quelle: Webseite Astrodienst

Bearnesisch lernen

Die Lancierung des Buches Comprendre, parler, lire, écrire le Béarnais von Jean-Marie Puyau, mit meinem Vorwort von Maria Suzana Marc Amoretti, ist erfolgt!

Die Lehrmethode ist beim Schutz der bearnesischen Sprache entscheidend.

Die französische Webseite Geneanet stellt die Lehrmethode vor und zeigt sich erfreut über das Erscheinen des neues Buches, weil dieses einen Beitrag zum besseren Verständnis der bearnesische Sprache leistet.

Die Präsentation des Buches in Frankreich bedeutete einen wichtigen Schritt zur Verbreitung der bearnesischen Kultur.

Am 11. Mai sagen wir allen Müttern einen herzlichen Glückwunsch !

Das Mutterherz ist der schönste Platz des Kindes

(Adalbert Stifter)

Muttertag in Brasilien - der Tag der Mütter

Morgen wird Muttertag nicht nur in Brasilien gefeiert, sondern in fast jedem Land.

Am 11. Mai denken wir besonders an unsere Mutter, weil sie uns versteht und immer da ist. Unsere Mutter schenkt uns ihre Liebe und lässt uns unsere Liebe spüren.

Muttertag in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich

Zitat der Webseite Muttertag.org:

Am 11. Mai ist Muttertag!

Der Muttertag wird in Deutschland seit 1923 gefeiert, seit 1917 in der Schweiz und seit 1924 in Österreich. Der den Müttern gewidmete Tag soll Mutter und Mutterschaft anerkennen und ehren. Eingeführt wurde der Muttertag in Deutschland durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber als Tag der Blumenwünsche. Der erste deutsche Muttertag fand am 13. Mai. 1923 statt.

Seit 1949 wird der Muttertag in der Bundesrepublik Deutschland an jedem 2. Maisonntag gefeiert. Das Datum beruht auf freiwillige Übereinkunft und wird nicht gesetzlich vorgegeben, d.h. es kann auch verschoben werden, z.B. wenn Pfingstsonntag und Muttertag auf den gleichen Termin fallen.

Die nächsten (voraussichtlichen) Muttertagstermine: 11.05.2008 - 10.05.2009 - 09.05.2010 - 08.05.2011 - 13.05.2012

Das Traditionelles Geschenk zum Muttertag sind Blumen. Neben dem Blumengeschenk wird oft der Mutter ein Muttertagsgedicht überreicht oder vorgetragen. Die inhaltlichen Aussagen von Muttertagsgedichten beschränken sich meist auf Dankbezeugungen und Liebesbekenntnisse.

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